Gespräche über Probleme schaffen Probleme. Gespräche über Lösungen schaffen Lösungen. (Steve de Shazer)
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Gespräche über Probleme schaffen Probleme. Gespräche über Lösungen schaffen Lösungen. (Steve de Shazer)

Wenn wir ein Problem lösen wollen, versuchen wir üblicherweise das Problem zu analysieren, herauszufinden, was die Ursache des Problems ist und die Ursache zu beseitigen. Das funktioniert in manchen Situationen recht gut. Bei technischen Problemen beispielsweise.

Bei komplexen Themen und dazu gehören die meisten Themen menschlicher Interaktion ist das anders.

Angenommen, es gibt Probleme in der Zusammenarbeit ihres Teams. 

Viele Führungskräfte setzen sich in dem Fall mit den Teammitgliedern zusammen und analysieren, was denn die Probleme sind, die die Zusammenarbeit negativ beeinflussen. Die Mitarbeiter nehmen den Ball gerne auf, weil sie froh sind, dass sich jemand dafür interessiert. Sie beschreiben im Detail, welche Probleme es gibt. Andere Mitarbeiter stimmen zu, bestätigen, ergänzen die Beschreibung der Kollegen, bringen noch weitere Themen ein, die in dem Zusammenhang zu berücksichtigen sind. So scheint das Problem mit jeder Wortmeldung größer und größer zu werden und die arme Führungskraft läuft in die Gefahr, das Problem mit dem Meeting eher zu verschlimmern anstatt eine Lösung herbeizuführen. 

Eine lösungsfokussierte Herangehensweise ist in solchen Fällen meist wesentlich hilfreicher. 

Wie funktioniert das in der Praxis?

Lassen Sie sich (trotz Lösungsfokussierung) erst einmal kurz das Problem erklären. Wie sonst wollen Sie herausfinden, worum es geht. Aber achten Sie darauf, dass Sie nicht zu lange bei der Erklärung bleiben und dass sich ihre Mitarbeiter nicht im Problem eingraben.

Fragen Sie besser sobald wie möglich, was denn statt des Problems da sein sollte. Sie werden vermutlich hören, dass es ja eigentlich darum geht, besser zusammen zu arbeiten. Damit sind Sie schon in der Welt der Lösung angekommen, in der es wesentlich entspannter und leichter ist, konstruktiv an Verbesserungen zu arbeiten. Ab jetzt reden sie nicht mehr über das Problem, sondern darüber, was zu tun ist um den gewünschten Zustand zu erreichen.

Stellen Sie Fragen, die kreative Denkprozesse initiieren: „Einmal angenommen wir treffen uns nächstes Jahr wieder und haben uns deutlich weiterentwickelt in unserer Zusammenarbeit. Was ist passiert, dass wir uns so verbessert haben? Was haben wir anders gemacht?“ Sie werden erstaunt sein, wieviele Ideen sie damit sammeln werden.

Versuchen Sie, ihr Team auch immer wieder einmal das sehen zu lassen, was gut funktioniert. Es gibt kein Team, in dem alles schlecht läuft. Fast immer gibt es Situationen, in denen einiges auch positiv ist. Da schadet es nicht, die Leute aus ihrer Problemtrance herauszulocken und auf das hinzuweisen, was an Ressourcen da ist.       

Bleiben Sie als Führungskraft konsequent dran an der Umsetzung von Schritten zur Verbesserung. Registrieren Sie positiven Fortschritt und machen Sie auf erste Erfolge aufmerksam.

Sie werden überrascht sein, wie wenig die Lösung oft mit dem Problem zu tun hat.